Entgegen der weitverbreiteten Meinung können auch Frauen urologische Probleme haben. Rund ein Drittel unserer Patientinnen sind weiblichen Geschlechts. Die Tendenz ist steigend. Unsere Urologinnen haben sich im Gebiet der «Urologie der Frau» speziell weitergebildet. Als Frauen haben sie auch das psychologische Verständnis für die Besonderheiten weiblicher urologischer Probleme. Scheuen Sie sich also nicht, uns zu kontaktieren. Fühlen Sie sich auch frei, selber zu entscheiden ob Sie lieber von einer Frau oder einem Mann behandelt werden möchten.  

Mehr Informationen finden Sie unter dem Reiter „Leistungen“ ganz unten unter "Patienteninformation". Wir können Ihnen auch die Homepage der Schweizerischen Gesellschaft für Urologie empfehlen.

Folgende typischen urologischen Erkrankungen und Beschwerden können auftreten.

 

Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung ist bei Frauen häufig. Sie kann schmerzhaft und belastend sein, ist aber meist harmlos. Bei den immer wiederkehrenden, sogenannt rezidivierenden Harnwegsinfekten, handelt es sich um eine Art Veranlagung. Oft können mit einfachen Mitteln und Verhaltensweisen die Anzahl der Episoden reduziert werden. Dazu sind eine genaue Befragung und eine Untersuchung nötig. Gelegentlich verbergen sich hinter Harnwegsinfekten behandelbare oder behandlungsbedürftige Ursachen. Das können z.B. Nieren- oder Blasensteine, ein sogenannter Reflux (der Urin fließt in die Nieren zurück) oder selten auch einmal ein Blasentumor sein. Unsere Urologinnen sind spezialisiert auf die verschiedenen Aspekte der Harnwegsinfekte und können Sie einfühlsam beraten.

 

Harninkontinenz (unwillkürlicher Urinverlust)

Harninkontinenz ist bei Frauen deutlich häufiger als bei Männern. Das hängt mit der Anatomie des weiblichen Beckenbodens und der kurzen Harnröhre zusammen. Oft schränkt die Inkontinenz die Frauen sozial ein (z.B. beim Sport) und kann zu Schamgefühlen führen. Die Behandlung ist je nach Frau und Diagnose unterschiedlich. Sie reicht von Verhaltensempfehlungen über Medikamente bis zu Interventionen (z.B. Botox in die Blase) oder Operationen. Komplexe Inkontinenzoperationen werden oft in enger Zusammenarbeit mit unseren gynäkologischen Partnern durchgeführt.

 

Überaktive Blase, Overactive Bladder (OAB), «Reizblase»

Eine überaktive oder übersensible Blase kann zu unangenehmem Reizbeschwerden, Schmerzen in der Blasengegend, ständigem Harndrang oder Inkontinenz führen. Gelegentlich ist auch der Geschlechtsverkehr unangenehm oder schmerzhaft. Manchmal bestimmt die Blase den Tagesablauf der Betroffenen. Da man die Beschwerden manchmal schlecht beschreiben oder diagnostizieren kann, leiden viele Frauen im Stillen. Unsere speziell erfahrenen Urologinnen haben ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten zur Hand. Dieses reicht von Verhaltensempfehlungen, über alternativmedizinische Massnahmen (z.B. Akupunktur), über Medikamente bis zu Botoxbehandlungen in der Blase. Für ganz «hartnäckige Fälle» pflegen wir einen sehr guten Kontakt mit erfahrenen Neurourologen  (z.B. im Balgrist).

 

Nierensteine

Frauen können genauso von Nieren – oder Harnleitersteinen betroffen sein wie Männer. Die konservative oder operative Behandlung setzt Erfahrung voraus. Wegen der besonderen Anatomie sind Nieren – und Harnleiterspiegelungen bei Frauen oft erfolgversprechender und technisch einfacher. Da der Grossteil aller Nierensteine auf natürlichem Wege abgeht, beraten wir Sie gerne, wann man zuwarten kann und wann man besser interveniert. Wir helfen Ihnen auch bei der Abklärung der Ursache der Steine und geben Ihnen Empfehlungen zur Verhinderung neuer Steine (sog. Metaphylaxe oder Sekundärprophylaxe). Falls Sie eine Intervention brauchen, verfügen wir über grosse Erfahrung und die modernsten Geräte.

 

Bösartige Tumore (Krebs)

Bösartige Tumore machen weder vor dem Geschlecht noch dem Alter halt. Glücklicherweise sind bösartige Tumore von Niere, Harnleiter und Blase nicht sehr häufig. Eine rasche und präzise Diagnostik sind für eine optimale Therapieplanung und eine gute Prognose wichtig. Dank moderner Technik kann sehr oft organerhaltend behandelt werden (z.B. Ausschneiden des Blasentumors durch die Harnröhre, Teilentfernung der Niere bei Nierenkrebs). Unsere Urologinnen und Urologen verfügen über eine langjährige Erfahrung in der Behandlung bösartiger  urologischer Tumoren. Wir pflegen mit unseren Partnerdisziplinen (z.B. Onkologen, Strahlentherapeuten, Radiologen) ein sehr enges Verhältnis. Komplexere Probleme werden an interdisziplinären Tumorboards besprochen.